Im DRK wird die realistische Notfalldarstellung vom Jugendrotkreuz übernommen. Sie befasst sich mit der Darstellung von Verletzungen und Erkrankungen. Die realistische Notfalldarstellung wird zum Beispiel bei Rettungsübungen oder zu Ausbildungszwecken in der Ersten Hilfe und im Sanitätsdienst eingesetzt.
"Ein bisschen Ketchup und fertig ist die Wunde"? - So einfach ist es nicht! Damit Wunden realitätsnah aussehen, ist es zuerst einmal wichtig, die Verletzungsmuster gut zu kennen, am besten durch einen eigenen Sanitätslehrgang. Im Grundlehrgang für Notfalldarstellung lernt man dann, mit Schmink- und Gestaltungsmaterial umzugehen. So sind Verletzungen oft mit Schwellungen verbunden, die modelliert werden müssen, haben Hautfetzen an den Rändern oder unterschiedliche Blutfarben. Für gute Wunden braucht es nicht zuletzt einiges an Erfahrung. Dann geht das Spektrum bis zu pulsierend spritzenden Blutungen oder Amputationsverletzungen.
Klingt kompliziert - aber die Verletzungs- und Erkrankungsbilder reichen über blutende Wunden weit hinaus. So können die Notfalldarsteller beispielsweise auch Blässe und Schweißtropfen beim Schock, Hautverfärbungen bei inneren Blutungen oder Anzeichen von Herzinfarkt und Schlaganfall simulieren.
Im Bereich Notfalldarstellung startet man neben dem Erste-Hilfe-Kurs mit dem bereits erwähnten Grundlehrgang für Notfalldarstellung. Nach der Sanitätsausbildung gibt es die Möglichkeit sich zu spezialisieren:
Als Schminker bereitet man die Darsteller vor, schminkt Verletzungsbilder und sorgt dafür, dass das Szenario am Einsatzort passt (Gegenstände, Blutflecken usw.). Außerdem gibt man bei Bedarf den Darstellern Anweisungen zum Verhalten bei Behandlung oder Nichtbehandlung von Verletzungen.
Als Darsteller oder Mime stellt man die verletzte oder erkrankte Person dar und verhält sich möglichst realistisch (je nach Situation z.B. Schreien, Jammern oder Weglaufen). Für wichtige Übungen und kompliziertere Verletzungen werden sehr gute Darsteller benötigt, die einen realistischen Verlauf je nach Behandlung simulieren (z.B. bewusstlos werden, wenn ein Schock nicht behandelt wird). Dafür gibt es spezielle Lehrgänge.
Als Mimenbetreuer sorgt man während der Übung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Verletzten. Da diese je nach Situation zum Beispiel die Augen geschlossen haben und eventuelle Gefahren nicht erkennen, schreitet der Mimenbetreuer ein, wenn sich eine gefährliche Situation ergibt. Das ist besonders wichtig, da ein Hilfeschreien von den Anwesenden als Übungseffekt angesehen werden kann, wenn der Darsteller vorher sehr realistisch gearbeitet hat.
Das JRK Albersdorf hat mehrere Mitglieder, die in der Notfalldarstellung ausgebildet sind. Ihnen steht ein gut ausgerüsteter Notfalldarstellungskoffer zur Verfügung.